Wie kommt man in die Provinz?



Voraussetzungen


Emigranten verlassen ihre Heimat entweder freiwillig oder gezwungenermaßen, aus wirtschaftlichen, beruflichen oder persönlichen Gründen. Laut Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder Mensch das Recht, „sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen“ sowie „jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren“.


Binnenmigration und Gentrifizierung


Über eine ansteigende Welle von „Luxusmodernisierungen“ in Altbauvierteln Berlins berichtete das Magazin „Der Spiegel“ bereits 1981. In Berlin galten bis 1989 Kreuzberg sowie nach dem Mauerfall Friedrichshain und Prenzlauer Berg als Gegenstand von Gentrifizierungsprozessen. Damit wird eine, von außen geplante und verursachte, Umgestaltung eines angestammten Milieus bezeichnet. Auch das Gebiet nordöstlich des Herrmannplatzes in Neukölln gehört zu den Szenevierteln Berlins und ist von symbolischer Gentrifizierung betroffen. Nach 1989 wurde der zum Stadtbezirk Pankow gehörende Prenzlauer Berg Schauplatz von Gentrifizierung. [hier informieren] (siehe Musterverlauf).


Gentrifizierung hat in Berlin leider eine lange Tradition.

In den 1960er-Jahren wurden in Berlin viele Wohngebiete zu Sanierungsgebieten erklärt. Das Gesundbrunnen-Viertel im Bezirk Wedding (heute Mitte) war davon besonders betroffen. 

(Früher sprach man richtigerweise von Wohn-Vierteln, nicht von einem „Kiez“. Seitdem immer mehr Rucksackberliner in Berlin leben, wird fälschlich von Kiezen gesprochen, die sich häufig nur auf eine einzige Straße beziehen.)

Selbst denkmalgeschützte Häuser, die kurz zuvor saniert worden sind, wurden einfach abgerissen. Entstanden ist daraus ein gesichtsloses Wohngebiet in dem fast nur Menschen mit Migrationshintergrund leben.

Die ursprünglich dort ansässigen Bürger wurden in Neubaugebiete, wie die Gropiusstadt oder das Märkische Viertel, zwangsumgesiedelt. Dass die Bürger dadurch ihr gewohntes Wohnumfeld, ihre Freunde und Nachbarn, ihren Schulplatz und vieles mehr verloren, darüber spricht man bis heute nicht. 

 

Verlorene Heimat


Wer sich mit dem Begriff „Heimat“ auseinandersetzt, befindet sich meist fernab dieser. Erst wenn man seiner Heimat fern ist, denkt man über sie nach. 


Ich bin in zweiter Generation in Berlin geboren und aufgewachsen. Noch heute schlägt mein Herz für diese Stadt. Ich bin dem Rat der Politik gefolgt und bin in den 80er Jahren an den Ort gegangen, an dem es Arbeit gab. Deshalb habe ich meine Heimat mit 27 Jahren verlassen, immer mit dem Gedanken wieder zurückzukehren, spätestens als Privatier. Heute habe ich gelernt, dass man den Aussagen der Politiker nicht folgen darf.


In all den Jahren habe ich mich nicht allein sondern die Stadt und die dort lebenden Menschen verändert. Familienmitglieder und Freunde haben während meiner Abwesenheit ein Leben geführt an dem ich nicht teilhaben konnte. Es wird der Eindruck erweckt, man gehöre nicht mehr dazu.


Die Umstände in meiner Heimatstadt haben sich im Laufe dieser Zeit leider sehr negativ entwickelt. Die Mieten für Wohnungen sind, speziell für Ruheständler, unbezahlbar geworden. Hier macht sich der Verdrängungsprozess besonders bemerkbar. Einige ehemalige und amtierende Regierungsparteien sind nicht Herr der Lage, verschliessen die Augen vor der Realität und behaupteten machtlos zu sein. 


Aussagen eines ehemaligen Bürgermeisters haben die falschen Zeichen gesetzt. Heute prägen Nichtberliner die Stadt, die nur nach dem hippen Leben suchen. Eine Spaßgesellschaft ist entstanden, die noch nicht verstanden hat, dass  eine Stadt nicht allein durch Spaß und coole Locations leben kann.


Im Jahre 2020 kam dann der Mietendeckel in’s Spiel. Juristisch äusserst umstritten, wird sich zukünftig zeigen, ob er anwendbar ist.

Eines prägt sich jedoch heute schon aus. Aufgrund des Mietendeckels und dem damit verbundenen Verlust von Renditen für Vermieter wird in der Zukunft weniger Wohnraum gebaut. Die eigentliche Lösung des Problems wird dadurch konterkariert.


Statt zuzulassen, dass Immobilien teuer verhökert werden, hätte der Berliner Senat für Industrieansiedelung und sozialen Wohnungsbau sorgen müssen. Aber der Senat Berlins überlässt lieber mafiösen Clans, die bereits bis in die Berliner Polizei vorgedrungen sind, das Handeln und sieht weg. Die Kriminalitätsrate Berlins hat sich erhöht, dennoch werden zu wenig Stellen in der Judikative wie Exekutive angebaut. Es entstehen immer mehr „no go area“, wie der Alexanderplatz und viele Gegenden im Süden wie auch Norden der Stadt. In den abendlichen Stunden ist eine Fahrt mit der U-Bahn oder S-Bahn zu vermeiden. Dabei sprach das ausgeprägte, gute öffentliche Verkehrsnetz immer für diese Stadt.


Entschluss


In all den Jahren haben meine Frau und ich viele Orte und Regionen Deutschlands kennengelernt. Wichtig im Leben ist, dass man sich heimisch und mit einer Region verbunden fühlt.

Wenn Berlin als Wohnort nicht mehr infrage kommt, so bleiben nur noch Orte und Regionen in denen das Leben lebenswert und vor allem bezahlbar ist. 


So fiel unsere gemeinsame Wahl auf das Bundesland BRANDENBURG.